Sprachen lernen ist keine Frage des Talentes!

So sprechen Menschen, die in Grenzgebieten von Ländern leben, oftmals mehrere Sprachen. Auch in Indien oder Afrika gehört Mehrsprachigkeit zur Normalität.

Zwischen der prinzipiellen Befähigung, eine Sprache zu lernen und den Resultaten nach der Schule liegt jedoch oft ein großer Unterschied.

Mögliche Gründe dafür sind:

  • Langeweile behindern den Lernerfolg. Die Schüler haben keine Kontrolle über das, was sie lernen. Bei langweiligen Themen wird abgeschaltet.
  • Anspannung und Druck wirkt sich negativ auf das Lernen aus. Fehler sind ein Teil des Lernprozesses und werden in der Schule (manchmal) bestraft
  • Sprechen wird mit anderen Schülern geübt, die ebenfalls nur geringe Kenntnisse in der Zielsprache haben. Fehler, z.B. Aussprache oder Satzbaufehler können von den Mitschülern oft noch nicht erkannt werden.
  • oft werden die Vokabeln losgelöst von ihrem Kontext gelernt und so später eventuell im falschen Kontext benutzt.
  • Die Vokabeln müssen aktiv in gewissen Zeitabständen wiederholt werden. Der ganze Prozess ist zeitaufwändig und bei einem Fach unter vielen schwer zu schaffen
  • Grammatische Übungen machen den wenigsten Menschen Spaß, grammatische Begriffe sind oft unbekannt.
  • Die Zielsprache ist ein Fach unter vielen und wird oft nur belegt weil sie für einen Abschluss notwendig ist.

Wege zum Erfolg beim Sprachen lernen

  • Beschäftigen Sie sich möglichst nur mit Material, welches Sie auch in Ihrer Muttersprache interessiert. Das Internet ist hierfür eine unerschöpfliche Quelle an oftmals frei verfügbaren Texten. Ein interessantes Thema sorgt dafür, dass man sich gerne mit der Sprache beschäftigt und die Inhalte besser haften bleiben.
  • Lernen Sie die Vokabeln in einem realistischen Kontext. Dabei ist nicht das klassische Auswendiglernen notwendig. Wenn Sie einen betreffenden Text oft genug im Hintergrund - passiv - hören, werden Sie automatisch Passagen des Textes wiederholen können.
  • Vor dem passiven Zuhören, welches ganz nebenbei erfolgt wann immer Sie wollen, sollten Sie sich zuvor aktiv mit dem Text befasst haben, um den Sinn der Wörter zu verstehen. Ein zeitraubendes und langweiliges Wiederholen nach z.B. einem Karteikartensystem kann komplett entfallen, da die Wiederholung implizit erfolgt sobald die Vokabel in einem anderen Kontext auftaucht.
  • Visualisieren Sie einzelne schwere Passagen. Eine bildliche Vorstellung (Visualisierung) der Bedeutung einer Vokabel vertieft den Lerneffekt, da solche Bilder im Langzeitgedächtnis länger gespeichert werden als nur gelesene Wörter.
  • Nutzen Sie eine Wort für Wort Übersetzung um die Struktur einer Fremdsprache zu lernen. Die Übersetzung ist zwar nicht im üblichen Sinn "schön", macht jedoch Unterschiede zwischen Muttersprache und Zielsprache ohne komplizierte Grammatik sichtbar. Typische Sprachfallen werden so vermieden. Unterschiede sind oftmals kurios, und so besonders einprägsam.
  • Sobald ein Basiswissen für die Sprache vorhanden ist, wenden Sie sie an. Suchen Sie sich an der nächsten Universität oder über das Internet einen Tandem - Lernpartner oder bitten Sie Freunde oder Kollegen, Sie zu korrigieren falls diese ihre Zielsprache sprechen.
  • Nutzen Sie DVDs oder das Radio, um Ihre Kenntnisse zu vertiefen. Schalten Sie bei DVD's die Untertitel ein, falls noch nicht alles verstanden wird.

Weblinks, Quellen

29. Juni 2010


Zitat:

"Language acquisition does not require extensive use of conscious grammatical rules, and does not require tedious drill."

- Stephen Krashen

Übersetzung:

Sprachaneignung erfordert keine umfangreiche Nutzung bewuster grammatischer Regeln, und erfordert keine langweiligen Übungen.

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